Aufstockung Investitionsabzugsbetrag (IAB)

Der Investitionsabzugsbetrag kann im Folgejahr aufgestockt werden

Wenn Sie als Unternehmer oder Freiberufler die Anschaffung eines beweglichen Wirtschaftsguts planen, dann können Sie Ihren Gewinn vorab um 40% der voraussichtlichen Anschaffungskosten mindern. Erhöhen sich die voraussichtlichen Anschaffungskosten im Folgejahr, kann der Investitionsabzugsbetrag entsprechend aufgestockt werden.

Es kann steuerlich sinnvoll sein, wenn Sie zunächst einen geringeren Investitionsabzugsbetrag bilden, der dann im Folgejahr aufgestockt wird. Dies ist nach dem Urteil des Niedersächsischen Finanzgerichts vom 19.12.2012 (2 K 189/12) zulässig.

Dieses Urteil ist plausibel, weil die gesetzliche Regelung keine Einschränkungen enthält. Die Finanzverwaltung lehnt allerdings nach wie vor eine nachträgliche Aufstockung ab. Daher hat das Finanzamt Revision beim BFH eingelegt (X R 4/13).

Praxis-Beispiel:
Ein Unternehmer plant im Jahr 2015 die Anschaffung eines Firmenwagens, der voraussichtlich 50.000 € kosten wird. Die private Nutzung wird nicht mehr als 10% betragen. Daher kann der Unternehmer bereits im Jahr 2013 einen Investitionsabzugsbetrag von 50.000 € x 40% = 20.000 € bilden.

Nach dem Urteil des Niedersächsischen Finanzgerichts darf der Unternehmer den Investitionsabzugsbetrag im Jahr 2013 auf einen Teilbetrag (z. B. auf 10.000 €) begrenzen und hat dann die Möglichkeit den Investitionsabzugsbetrag im Folgejahr (2014) um weitere 10.000 € auf 20.000 € zu erhöhen.

Mein Tipp:
Haben Sie einen Investitionsabzugsbetrag nicht voll ausgeschöpft, dann dürfen Sie nach dem Urteil des Niedersächsischen Finanzgerichts die Differenz ganz oder teilweise nachholen. Falls das Finanzamt die Erhöhung im Folgejahr ablehnt, sollten Sie Einspruch einlegen und eine Aussetzung der Vollziehung und des Einspruchsverfahrens beantragen.

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