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Geringwertige Wirtschaftsgüter: Neuer Grenzwert von 800 € für Anschaffungen ab dem 1.1.2018

Im „Gesetz gegen schädliche Steuerpraktiken im Zusammenhang mit Rechteüberlassungen“ ist der Grenzwerte für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG), die nach dem 31.12.2017 angeschafft oder hergestellt werden, auf 800 € erhöht worden. Somit können selbstständig nutzbare materielle Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens im Jahr der Anschaffung sofort zu 100% abgeschrieben werden, wenn die Nettoanschaffungskosten den Grenzwert von 800 € nicht überschreiten (vor 2018: 410 €).

Bei der Anschaffung von geringwertigen Wirtschaftsgütern besteht ein Wahlrecht, wonach der Unternehmer zwischen drei Varianten wählen kann. Welche dieser Varianten angewendet wird, entscheidet der Unternehmer erst beim Jahresabschluss.

Er kann zwischen den folgenden drei Varianten wählen:

1. Variante: Der Freiberufler/Unternehmer kann selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten

  • nicht mehr als 250 € betragen, sofort im Jahr der Anschaffung oder Herstellung zu 100% abschreiben,
  • mehr als 250 € und nicht mehr als 1.000 € betragen, in einen Sammelposten einstellen, der gleichmäßig auf 5 Jahre verteilt werden muss (Poolabschreibung).

2. Variante: Der Unternehmer kann anstelle der ersten Variante selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens sofort im Jahr der Anschaffung oder Herstellung zu 100% abschreiben,

  • wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten für das einzelne Wirtschaftsgut nicht mehr als 800 € netto ohne Umsatzsteuer betragen.

Bei dieser Variante entfällt die Möglichkeit, Wirtschaftsgüter bis 1.000 € in einen Sammelposten einzustellen.

3. Variante: Wählt der Unternehmer die 2. Variante, hat er die Möglichkeit, geringwertige Wirtschaftsgüter über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abzuschreiben. Dieses Wahlrecht kann er für jedes einzelne Wirtschaftsgut individuell in Anspruch nehmen. Diese Möglichkeit besteht nicht bei der 1. Variante, wenn es sich um Wirtschaftsgüter handelt, die ansonsten in den Sammelposten eingestellt werden müssten.

Die Varianten 1 und 2 schließen sich gegenseitig aus. Wählt der Unternehmer die 2. Variante, kann er für jedes Wirtschaftsgut entscheiden, ob er es über die individuelle Nutzungsdauer abschreibt (wirtschaftsgutbezogenes Wahlrecht). Die Wahl zwischen der Variante 1 und 2 gilt jeweils für ein Wirtschaftsjahr, d. h., über Anschaffungen im nächsten Jahr entscheidet der Unternehmer wieder neu.

Aufzeichnungspflicht: Liegen die Anschaffungskosten über 250 €, müssen die Wirtschaftsgüter in der Buchführung einzeln aufgezeichnet und der Tag der Anschaffung, Herstellung oder Einlage angegeben werden. Bei Beträgen bis 250 € können die Anschaffungskosten unmittelbar über das Aufwandskonto gebucht werden.

Notebook als Betriebsausgabe geltend machen

Mein Tipp:
Die Anhebung der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter gilt für Anschaffungen ab dem 1.1.2018. Es kann daher aus steuerlichen Gründen sinnvoll sein, die Anschaffung in das Jahr 2018 zu verschieben, wenn der Kaufpreis für das Arbeitsmittel (z. B. für ein Notebook) mehr als 487,90 € brutto und nicht mehr als 952 € brutto beträgt. Dann kann der gesamte Betrag sofort als Betriebsausgabe geltend gemacht werden.

 

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Geringwertige Wirtschaftsgüter

100%ige Sofortabschreibung oder Poolabschreibung oder Abschreibung über die Nutzungsdauer?

Bei der Anschaffung von geringwertigen Wirtschaftsgütern besteht ein Wahlrecht. Unternehmer und Freiberufler können zwischen den folgenden drei Varianten wählen:

1. Variante
Der Unternehmer kann selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten

  • nicht mehr als 150 € betragen, sofort im Jahr der Anschaffung oder Herstellung zu 100% abschreiben,
  • mehr als 150 € und nicht mehr als 1.000 € betragen, in einen Sammelposten einstellen, der gleichmäßig auf 5 Jahre verteilt werden muss (Poolabschreibung).

2. Variante
Der Unternehmer kann anstelle der ersten Variante selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens sofort im Jahr der Anschaffung oder Herstellung zu 100% abschreiben, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten für das einzelne Wirtschaftsgut nicht mehr als 410 € netto ohne Umsatzsteuer betragen (§ 6 Abs. 2 EStG). Bei dieser Variante entfällt die Möglichkeit, Wirtschaftsgüter bis 1.000 € in einen Sammelposten einzustellen.

3. Variante
Wählt der Unternehmer die 2. Variante, hat er die Möglichkeit, geringwertige Wirtschaftsgüter über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abzuschreiben. Dieses Wahlrecht kann er für jedes einzelne Wirtschaftsgut individuell in Anspruch nehmen (BMF-Schreiben vom 30.9.2010, IV C 6 – S 2180/09/10001; 2010/0750885). Diese Möglichkeit besteht nicht bei der 1. Variante, wenn es sich um Wirtschaftsgüter handelt, die ansonsten in den Sammelposten eingestellt werden müssten.

Konsequenz: Die Varianten 1 und 2 schließen sich gegenseitig aus. Wählt der Unternehmer die 2. Variante, kann er für jedes Wirtschaftsgut entscheiden, ob er es über die individuelle Nutzungsdauer abschreibt (wirtschaftsgutbezogenes Wahlrecht). Der Unternehmer muss sich spätestens beim Jahresabschluss für eine der Varianten entscheiden. Die Wahl zwischen der Variante 1 und 2 gilt jeweils für ein Wirtschaftsjahr, d. h., über Anschaffungen im nächsten Jahr entscheidet der Unternehmer wieder neu.

Optimale Lösung: Welche Lösung optimal ist, lässt sich oft erst nach Ablauf eines Jahres sagen. Um im Laufe des Jahres die Entscheidung offen zu halten, sollte der Unternehmer in seiner Buchführung ein Drei-Konten-Modell nutzen. So kann er feststellen, ob der Grenzwert von 410 € oder von 150 € mit Sammelposten die bessere Variante ist. Alternativ kann auch eine Abschreibung über die Nutzungsdauer infrage kommen.

Buchung nach dem 3-Konten-Modell im Laufe eines Jahres
Der Unternehmer bucht Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten

  • bis 150 € auf das Konto „Sofortabschreibungen geringwertiger Wirtschaftsgüter“ 4855 (SKR 03) bzw. 6260 (SKR 04),
  • von über 150 € bis 410 € auf das Konto „Geringwerte Wirtschaftsgüter“ 0480 (SKR 03) bzw. 0670 (SKR 04),
  • mehr als 410 bis 1.000 € auf das Konto „Wirtschaftsgüter größer 150 bis 1.000 Euro (Sammelposten)“ 0485 (SKR 03) bzw. 0675 (SKR 04) bucht.

Beim Jahresabschluss muss der Unternehmer dann entscheiden, welche Abschreibungsvariante er endgültig in Anspruch nehmen will.

Hinweis: Liegen die Anschaffungskosten über 150 €, müssen die Wirtschaftsgüter in der Buchführung einzeln aufgezeichnet und der Tag der Anschaffung, Herstellung oder Einlage angegeben werden. Die steuerlichen Regelungen geltend entsprechend auch für die Handelsbilanz.

Abschreibung: Wann Sie mit der Abschreibung beginnen

Sie beginnen mit der Abschreibung in dem Jahr, in dem Sie das Wirtschaftsgut hergestellt oder angeschafft haben, d.h., sobald Sie die wirtschaftliche Verfügungsmacht erhalten haben. Es spielt keine Rolle, wann Sie das Wirtschaftsgut bezahlen oder tatsächlich für Ihre betrieblichen Zwecke einsetzen.

Praxis-Beispiel:
Ein Unternehmensberater eröffnet am 2.1.2014 seine Beratungspraxis. Im Monat Dezember 2013 hat er die gesamte Büroeinrichtung einschließlich technischer Geräte angeschafft.
Er beginnt mit der Abschreibung in 2013, obwohl er in 2013 noch keine Betriebseinnahmen hatte und die Einrichtungsgegenstände auch noch nicht benutzt hat.

Praxis-Beispiel:
Der Unternehmer kauft einen neuen Firmenwagen, der ihm am 31.12.2013 geliefert wird. Rechnungs- und Lieferdatum sind der 31.12.2013. Das heißt, er hat die wirtschaftliche Verfügungsmacht über das Fahrzeug, auch wenn die Zulassung erst am 5.1.2014 erfolgt ist. Die Anschaffungskosten betragen 25.200 €. Der Unternehmer bucht für das Jahr 2013 die Abschreibung in Höhe von 25.200 € : 6 Jahre = 4.200 : 12 Monate = 350 €.

Legen Sie Wirtschaftsgüter, die Sie ursprünglich für private Zwecke gekauft haben, ins Betriebsvermögen ein, beginnen Sie mit der Abschreibung des Gegenstands im Zeitpunkt der Einlage.

Wichtig:
Sobald Sie die wirtschaftliche Verfügungsmacht erhalten haben, müssen Sie mit der Abschreibung beginnen. Es ist nicht möglich, mit der Abschreibung zu einem späteren Termin zu beginnen. Sie müssen unbedingt die Mindest-Abschreibung (= zeitanteilige lineare Abschreibung) in Anspruch nehmen. Tun Sie dies nicht, geht dieser Teil der Abschreibung verloren.

Hinweis: einen Download zu dem Thema finden Sie auf meiner Seite: www.krudewig-steuermedien.de hier http://www.krudewig-steuermedien.de/gratis-downloads/gwg.html