Berufskleidung: auch bei der Reinigung zu Hause können Sie Ihre Kosten als Werbungskosten abziehen

Sie können Ihre Aufwendungen für die Reinigung typischer Berufskleidung auch dann als Werbungskosten geltend machen, wenn sie im eigenen Haushalt angefallen sind (Urteil des Finanzgerichts Nürnberg vom 24.10.2014, 7 K 1704/13). Dabei sind sowohl die unmittelbaren Kosten des Waschvorgangs (Wasser- und Energiekosten und Kosten für Wasch- und Spülmittel), als auch die Abschreibung, Instandhaltung und Wartung der Waschmaschine abziehbar. Es spielt dabei keine Rolle, ob

  • die Waschmaschine auch für die Reinigung privater Wäsche eingesetzt wird,
  • die Berufswäsche gemeinsam mit Privatwäsche in einem Waschgang gereinigt wird oder in aufeinander folgenden Waschgängen.

Die Aufwendungen, die durch das Waschen von typischer Berufskleidung entstehen, können geschätzt werden, indem Sie die Zahl der zusätzlichen Waschmaschinenläufe festhalten (ggf. auch schätzen) und mit den Kosten der einzelnen Waschmaschinenläufe multiplizieren.

  • Die Höhe der Kosten je Waschmaschinenlauf kann individuell ermittelt werden, was allerdings im Einzelfall schwierig sein dürfte, oder
  • anhand repräsentativer Daten von Verbraucherverbänden oder Herstellern ermittelt werden.
  • Auch möglich ist es, dass ausgehend von der jährlich anfallenden Menge der zu reinigenden typischen Berufskleidung die dafür insgesamt erforderliche Zahl zusätzlicher Waschmaschinenläufe bestimmt wird und mit den Kosten eines Waschmaschinenlaufs vervielfältigt wird.

Praxis-Beispiel:
Der Kläger hatte individuelle Reinigungskosten als Werbungskosten geltend gemacht, die das Finanzgericht nicht nachvollziehen konnte. Es hat deshalb die Kosten anhand von repräsentativen Daten der Verbraucherverbände unter Berücksichtigung der individuellen Angaben zum Umfang der Waschmaschinenläufe geschätzt. Die Schätzung beruht auf der Erhebung der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. Nach den Angaben der Betroffenen wurden die Hemden täglich und die Hosen wöchentlich gewechselt. Die Weste wurde durchschnittlich viermal und die Jacke zweimal jährlich gewaschen. Auf dieser Grundlage ergeben sich Reinigungskosten von 84 € im Jahr, die als Werbungskosten geltend gemacht werden können.

Mein Tipp
Auch wenn die Summe der Kosten für die Reinigung von Berufskleidung verhältnismäßig niedrig ausfällt, lohnt es sich diese geltend zu machen. Der eigene Arbeitsaufwand ist dabei gering. Auch eine Vielzahl kleiner Positionen, bringt Ihnen im Ergebnis eine Steuerentlastung, die Sie jährlich geltend machen können.

Kostenloser E-Mail Newsletter! Tragen Sie sich ein und ich sende Ihnen jede Woche einen aktuellen Steuertipp per E-Mail zu.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.